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Allgemeine Grundlagen zum Wundmanagement bei Diabetes

Wundmanagement bei Diabetes

Eine gestörte Wundheilung ist ein weit verbreitetes Problem bei Personen, die an Diabetes mellitus leiden. Hierzulande sind rund fünf Prozent der Männer und drei Prozent der Frauen betroffen – Tendenz steigend. Das richtige Wundmanagement bei Diabetes ist daher essenziell.

Was ist Diabetes?

Bei Diabetes handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung. Sie verläuft chronisch und zeichnet sich vor allem durch erhöhte Blutzuckerwerte aus. Der Grund dafür ist eine Störung der Insulinproduktion. In einigen Fällen liegen auch ein kompletter Wegfall der Produktionsfähigkeit oder eine Insulinresistenz vor.

Warum kommt es zu Wundheilungsstörungen bei Diabetes?

Wundheilungsstörungen bei Diabetes

Der Hauptgrund für die verzögerte Wundheilung bei Diabetespatient:innen ist der gestörte Insulinstoffwechsel. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher:innen der Universität Köln vom Institut für Genetik 2016.

Sie führten Studien mit der Fruchtfliege Drosophila melanogaster durch, denn ihr Insulinstoffwechsel ähnelt dem menschlichen sehr. Mithilfe eines Lasers entfernten sie Zellen der obersten Hautschicht. Unter einem Mikroskop beobachteten sie dann, wie die umliegenden Zellen reagierten. Sie bildeten sofort Fasern, die die entstandene Wunde zusammenzogen und verschlossen.

Als Vergleichsgruppe dienten Fliegen, deren Genetik die Forscher:innen so veränderten, dass ihr Insulinstoffwechsel gestört ablief. Nach der Entnahme der Zellen stellten die Forscher:innen fest, dass sich das umliegende Gewebe deutlich später und schwächer zusammenzog.

Doch auch der erhöhte Blutzuckerspiegel kann zu Störungen der Wundheilung führen. Sind die Werte dauerhaft zu hoch, können Blutgefässe und Nerven Schaden nehmen – selbst bei kleinsten Wunden. Daraus können Empfindsamkeits- und Durchblutungsstörungen resultieren.

Nicht zu vergessen ist die Immunabwehr, die bei Patient:innen mit Diabetes nicht selten nur bedingt arbeitet. Der Körper hat es schwer, Krankheitserreger vom Eindringen in die Wunde abzuhalten. Sie können sich besonders schnell entzünden und dadurch nicht nur langsamer heilen, sondern sich auch flächenmässig vergrössern.

Warum ist ein individuell angepasstes Wundmanagement bei Diabetes so wichtig?

Patient:innen, die unter Diabetes leiden, benötigen besondere Unterstützung bei der Wundheilung. Fehlt das richtige Wundmanagement unter Einbindung von Internist:innen/Diabetologe:innen, können die Wunden chronisch werden oder zu verstärkter Narbenbildung neigen. Selbst kleinste Wunden wie Schnitte am Finger oder Blasen an den Fersen entwickeln sich unter Umständen zu dauerhaften Begleitern.

Beim Wundmanagement bei Diabetes kommt es deshalb darauf an, die Wundheilung zu fördern, so gut es geht. Gleichzeitig ist es wichtig, ein besonderes Augenmerk auf die Reinigung von jeder noch so kleinen Verletzung zu legen. Zu gross ist die Gefahr, dass sich aufgrund einer eventuell geschwächten Immunabwehr Keime ausbreiten und zu Entzündungen und Infektionen führen.

 

Wie sieht das ideale Wundmanagement bei Diabetes aus?

Wundmanagement bei Diabetes

Diabetes und Wunde - ACHTUNG

Diabetiker, insbesondere TYP 2, haben viele Besonderheiten, welche fachlich engmaschig kontrolliert werden müssen:

Verzögerte Heilung: Diabetiker haben oft eine verzögerte Wundheilung aufgrund von Durchblutungsstörungen und Nervenschäden. Dies kann zu einer längeren Heilungszeit und einem erhöhten Infektionsrisiko führen.

Neuropathie: Langjährige Diabetiker leiden häufig unter Neuropathie, einer Nervenerkrankung, die zu einem reduzierten Schmerzempfinden führen kann. Dadurch können Verletzungen oder Wunden unbemerkt bleiben, was eine rechtzeitige Behandlung erschwert.

Durchblutungsstörungen: Diabetes kann zu Durchblutungsstörungen in den Extremitäten führen, insbesondere in den Beinen und Füssen. Dies bedeutet, dass Wunden häufig schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden, was die Heilung erschwert. Es gibt unterschiedliche Formen von arteriellen Durchblutungsstörungen beim Diabetiker, je nachdem, ob keine oder zugleich auch eine PAVK- Peripher Arterielle Verschlusskrankheit vorliegt. Dies bedarf einer fachärztlichen internistischen, diabetologischen und wenn nötig auch einer Angiologischen Untersuchung.

Infektionsrisiko: Durch den erhöhten Blutzuckerspiegel und den damit verbundenen CO-Problemen haben Diabetiker ein höheres Risiko für Infektionen. Unbehandelte oder schlecht behandelte Wunden können sich leicht infizieren und zu ernsthaften Komplikationen führen.

Fachkundige Behandlung: Diabetiker mit Wunden sollten von einem medizinischen Fachpersonal überwacht und behandelt werden, da sie spezifisches Wissen über die Besonderheiten der Wundbehandlung bei Diabetikern besitzen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Diabetologen, zertifizierten und überprüften Wundspezialisten und Fusspflegern ist oft erforderlich.

Wundmanagement: Ein engmaschiges Wundmanagement ist wichtig, um den Heilungsprozess zu überwachen und Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Dies kann regelmäßiges Reinigen der Wunde, das Anlegen von Wundverbänden und die Verwendung von geeigneten Wundheilmitteln beinhalten. Ebenso essenziell ist die orthopädische Kontrolle und ggf. angepasstes Schuhwerk.

Blutzuckerkontrolle: Eine gute Blutzuckerkontrolle ist für Diabetiker mit Wunden von entscheidender Bedeutung, da ein hoher Blutzuckerspiegel die Wundheilung beeinträchtigen kann. Eine regelmäßige Überwachung des Blutzuckerspiegels und die Anpassung der Diabetesmedikation sind daher Teil der Behandlung.

Es ist wichtig zu betonen, dass dies allgemeine Informationen sind und keine individuelle medizinische Beratung ersetzen. Bei Fragen oder spezifischen Bedenken sollten Diabetiker sich stets an ihre medizinischen Fachkräfte wenden.

Beim Wundmanagement bei Diabetes spielt, wie bereits erwähnt, eine noch regelmässigere Reinigung eine wichtige Rolle. Nicht zu vergessen sind aber auch Wundverbände, die möglichst lange ein feuchtes Milieu aufrechterhalten an flächigen, sekundär heilenden Wunden, oder auch trockene, antiseptische Wundendbehandlungen an feuchten, infizierten Zehen.

Herkömmliche Kompressen bieten für Diabetiker:innen keinen ausreichenden Schutz vor eindringenden Keimen und Bakterien. Sie bieten zudem keine genügende thermische Isolierung.

Moderne Wundauflagen sind spezifisch für unterschiedliche Wundsituationen entwickelt worden. Es bedarf eines umfassenden Wissens, eine phasengerechte und indikationsgerechte Lokaltherapie erfolgreich umzusetzen zu können.

Welche Rolle spielt die Ernährung bei der Wundheilung bei Diabetiker:innen?

Wundheilung bei Diabetiker:innen

Dass eine ausgewogene Ernährung essenziell für die umfassende Gesundheit des Körpers ist, ist kein Geheimnis. Je nachdem, welche besonderen Bedürfnisse der eigene Körper hat, sollte die Ernährung individuell angepasst werden. Personen mit gestörter Wundheilung achten vor allem auf eine erhöhte Eiweisszufuhr.

Bei der Wundheilung verbraucht der Körper eine Menge Proteine. Ist sie erfolglos, dann startet er den Prozess immer wieder von vorn. Bei Diabetiker:innen entsteht dabei schnell eine Dauerschleife. Die Wundheilung wird nie abgeschlossen, also versucht es der Organismus unzählige Male erneut. Die Menge an Eiweiss, die er dafür in der Summe verbraucht, ist immens.

Irgendwann kann dieser erhöhte Verbrauch nicht mehr durch die gewohnte Ernährungsweise ausgeglichen werden. Steigt der Bedarf, dann muss auch die Zufuhr gesteigert werden, um ihm gerecht zu werden. Die Zusammenarbeit mit Ernährungsberater:innen ergibt für Diabetiker:innen also nicht nur hinsichtlich des Zuckerhaushalts, sondern auch der Eiweisszufuhr Sinn.

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